Webhosting

Es existieren tausende und abertausende Provider und Webhoster auf der Welt. Und unter allen diesen gilt es den einen zu finden. Den einen, dem man vertrauen kann, den einen, der zu einem passt. Und die Entscheidung für einen Webhoster ist eine wichtige Entscheidung, denn die Qualität des Providers beeinflusst unmittelbar den Erfolg oder Misserfolg Deiner Homepage – glaub`s mir, denn ich bin schon mehrmals auf die Nase gefallen, bevor ich die Kriterien für die Auswahl kannte.

Die grundlegenden Kriterien sind, dass Dein Webhoster sich als vertrauensvoll erweist, die Erreichbarkeit gewährt, den technischen und persönlichen Ansprüchen genügt, einen exellenten Support leistet (denn den benötigt man immer mal wieder) und man ihn sich trotz aller Vorteile noch leisten kann – das ist ein guter Provider.

Die Preise für gutes Webhosting liegen alle dicht beieinander. Ein für die meisten Zwecke ausreichendes Webhosting Paket Basic-300 gibt es bereits für 2,99 Euro bei WebhostOne, mit denen ich persönlich sehr gute Erfahrungen beim Shared Hosting gemacht habe. Aber auch viele andere Provider bieten für ähnliche Preise gute Qualität. Wer sparen will, kann ein kostenloses Hosting, also kostenlosen Webspace und sogar eine kostenlose Domain erhalten und damit sein Glück versuchen. Hierzu muss ich aber anmerken, dass eine kostenlose Homepage natürlich auch Nachteile hat. Aber dazu komme ich später.

Das Wichtigste aber ist und bleibt, dass Du Dich auf Deinen Provider verlassen kannst. Der Webhoster muss ein regelmäßiges Backup der Server durchführen und eine Webseiten-Verfügbarkeit von mindestens 99,98% garantieren. 99,98% ist viel – reichen nicht bereits 98%?

Ein bisschen Mathe: 98% Verfügbarkeit hört sich grandios an. Aber es ist zu wenig. Ein Monat hat durchschnittlich 720 Stunden. 98% von 720 Stunden sind 705,6 Stunden. Eine Verfügbarkeit von 98% bedeutet also, dass die eigene Webseite ca. 15 Stunden monatlich oder 30 Minuten täglich nicht erreichbar ist!

Und leider Gottes liegen die Zeiten der Nichterreichbarkeit meistens während der Hauptbesuchszeiten. Wenn Deine Webseite nicht erreichbar ist, hast Du nicht nur in diesem Moment weniger Besucher, sondern viele, die Deine Hompage in die Bookmarks gesetzt hätten, um sie später wieder zu besuchen werden dies nicht tun. Und das tut weh. Noch mehr weh tut der Umstand, dass Suchmaschinen die Webseiten, die sie öfters nicht erreichen können, in den Suchergebnissen weiter unten platzieren, den Pagerank reduzieren, und so die beste Suchmaschinenoptimierung (SEO / SEM) und das beste Online-Marketing keine Erfolge erzielen kann. Und das alles, weil man nicht bereit ist 2,99 Euro monatlich in einen guten Provider zu investieren. Apropos investieren. Achte besonders darauf, ob die billigen Angebote, mit denen man manchmal gelockt wird (die ersten 3 Monate kostenlos, oder die ersten 12 Monate nur 99 Cent) nicht nach Ablauf dieser Werbefrist besonders teuer werden.

Aber wie soll man sich zwischen den Webhostern entscheiden?

Für alles findest Du im Internet Ranking-Listen, also auch für die Güte von Webhostern. Die meisten Ranking-Listen lassen Kommentare der Nutzer zu. Ziehe daher nur Provider in Betracht, die nicht nur gelistet sind, sondern zu denen auch Kommentare geschrieben wurden. Je mehr, desto besser. Lese die Meinungen der User und bilde Dir Deine eigene Meinung. Tipp: in vielen Rankings wird man nur in die „Top 10 Liste“ aufgenommen, wenn man monatlich an den Betreiber der Seite zahlt. Von Objektivität kann dabei also nicht die Rede sein, vergleiche am Besten mehrere Ranking Seiten mit Providern, bevor Du Dich entscheidest.

Erstens: eine der wenigen im Internet frei verfügbaren objektiven Rankings für Provider im internationalen Vergleich scheint die Webhostlist zu sein (solltest Du ein weiteres gutes Ranking kennen, sende mir bitte die Info). Allerdings beinhaltet diese Liste nicht alle kleinen und feinen Provider. Suche in der Liste nach den Providern, die Du in die engere Wahl genommen hast und schaue die Kommentare durch. Vergleiche sorgfältig, bevor Du Dich festlegst. Erwarte aber nicht, dass alle Kommentare grundsätzlich positiv ausfallen, da regelmäßig diejenigen, die negatives zu vermelden haben, am aktivsten sind. Und diese Leute sind nicht immer die, die Ahnung haben, die Schuldd für ihr persönliches Versagen somit auch den Providern zuschreiben. Eine Quote von 5-10% an negativen Kommentaren ist somit auch für einen guten Provider ok.

Zweitens: suche in Google. Ja, Google weiß alles und kennt jeden. Jeder Fehler wird auf Lebenszeit abgespeichert. Wenn Du also den Namen des Providers gemeinsam mit dem Suchbegriff „Erfahrung“, „Kommentar“ oder „Meinung“ googelst, wirst DU sehr schnell einiges über ihn herausfinden. Solltest Du nichts oder nur sehr wenig finden, forsche nach, ob er vielleicht noch ganz neu am Markt ist. Denn dann besteht die Gefahr, dass er genau so schnell verschwindet, wie er aufgetaucht ist. Und Deine Homepage ist dann vielleicht gleich mit untergegangen.

Drittens: frage in Webmaster-Foren. Schreibe den Namen des Webhosters direkt in den Titel der Frage, so dass jeder sofort sehen kann, um wen es geht. Achte bei den Antworten, die Du erhältst, wie viele Posts derjenige schoin geschrieben hat und vertraue grundsätzlich denen mit vielen Antworten mehr als denen mit nur wenigen. Denn viele Provider sind selbst Mitglieder in diesen Foren und versuchen sich selbst mit billigen Werbeaussagen zu promoten. Das ist dann ganz billiges Online-Marketing.

Viertens: prüfe, ob der Provider Deine Anforderungen erfolgt. Für die Installation von CMS Made Simple habe ich ein kleines Check-Skript auf dieser Seite, dass Ihr kostenlos herunterladen könnt. Sende es an Deinen potentiellen Provider und bitte ihn es auf dem Web-Paket, dass Du Dir ausgesucht hast, auszuführen. Den Sreenshot soll er Dir dann mailen. Keine Angst, es ist wirklich ganz ungefährlich und gibt ihm nur Daten zurück. Sollten die Voraussetzungen für eine Installation von CMS Made Simple nicht gegeben sein und der Provider sie auch nicht herbeiführt, solltest Du Dich dort nicht registrieren – zumindest nicht, um CMS Made Simple für Deine eigene Homepage zu verwenden.

Sollten Fehler in der Ausgabe des Skriptes zu sehen sein, frage den Webhoster, ob er sie behebt. Unabhängig von dem Ergebnis der Antwort kann hier bereits die Qualität der Antwort und die Reaktionszeit des Supports geprüft werden. Wie sieht es überhaupt mit dem Support aus? Gibt es ein Support Forum? Lebt es, d.h. stehen dort Fragen und tatsächlich auch Antworten? Ist die Support-Hotline nur tagsüber oder auch abends besetzt? Und an Wochenenden? Ist der Support kostenlos, oder wird er über einen sehr teuren Mehrwertdienst abgerechnet, also über eine 0900-Nummer?

Kostenloses Webhosting

Natürlich kannst Du Deine Hompage auf einem kostenlosen Webhosting installieren. Allerdings gibt es ein paar Kleinigkeiten, über die man sich bewusst sein sollte:

  1. Kostenloses Webhosting läuft auf sehr langsamen Maschinen. Die Ladezeiten für Webseiten ist häufig größer als 5 Sekunden – pro Seite! Versuche es. Rufe eine Seite auf und zähle bis 5 bevor Du sie anschaust. Jedesmal.
  2. Gratis Webhosting garantiert nicht die Verfügbarkeit. Weiter oben auf der Seite haben wir bereits ein bisschen Mathe gehabt. Mit nur unzureichender Verfügbarkeit verlierst Du Besucher und erhältst nie eine gute Platzierung in den Suchmaschinen.
  3. Kostenloses Webhosting garantiert nicht die Sicherheit Deiner Daten. Wenn weg, dann weg.
  4. Kostenloses Webhosting kann keinen kostenlosen Support bieten – logisch. Auch die wollen leben und verdienen.
  5. Gratis Webhosting kann ablaufen. Schaue Dir das Kleingedruckte an. Wenn es abläuft erhältst Du ein Angebot über ein kostenpflichtiges Upgrade Deines Hosting Paketes. Wenn Du das Angebot nicht annimmst, verlierst Du Deine Daten.

Kostenloses Webhosting und dazu vielleicht noch eine kostenlose Domain und alles mit gutem Support und hervorragender Verfügbarkeit ist nur ein Traum. Es kann so etwas nicht geben, wovon sollten sie sonst leben? Also, schalte den Verstand ein und überlege Dir, ob Du es tatsächlich dort probierst, oder ob es nicht eine Masche sein könnte, damit sie einfach und schnell mit Dir und Deiner Homepage Geld verdienen können. Aber, um nur mal eben etwas auszuprobieren, oder um zu testen, ob man überhaupt mit Homepage erstellen zurecht kommt und sich nicht gleich binden will, ist bei den kostenlosen Anbietern richtig aufgehoben.